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Das deutsche Menorquinergestüt auf Mallorca

 

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Die menorquinische Pferderasse in Deutschland

   Wenn ich einmal früh sterbe, ergraut, zittrig, geplagt von schlaflosen Nächten, ist zu 90% daran schuld, dass ich mich ausgerechnet in eine Rasse verliebt habe, die auf der Nachbarinsel heimisch ist und die in Deutschland auf so viel Ignoranz und Unwissen stösst. Was soll ich noch sagen, was zählt??? Ich versuche es einmal zu erklären! Jüngstes Beispiel: Letztes Jahr, 2006, früh im Jahr, kommt eine deutsche Dame für eine Woche zu uns zum Reiten. Sie hat sehr spezielle Bedürfnisse, wir haben das geeignete Pferd, sie reitet bei uns eine Woche und ist so begeistert, dass sie bei uns ein Hengstfohlen vorbestellt, dass im Frühjahr 2007 geboren wird und leider stirbt. Vor einigen Wochen tritt sie wieder in Kontakt mit uns, da sie jetzt ein Reitpferd sucht. Nebenher besucht sie wegen eines anderen Pferdes eine andere Dame in Deutschland, die einen völlig verrittenen Menorquinerhengst (ich denke solche Pferde gibt es in jeder Rasse) ihr eigen nennt und die ihr pauschal von der Rasse abrät. Sie macht sich die Meinung dieser zweiten Dame zu eigen und schwenkt um, um jetzt einen PRE zu kaufen.

 

   In Deutschland (noch schlimmer übrigens in Österreich) sind merkwürdige Kombinationen als Menorquiner verkauft worden. Ohne Papiere, denn die Deutschen kennen die Papiere ja sowieso nicht, Nachzuchten aus schlechten Linien, "Wildkreuzungen" mit nicht zugelassenen Hengsten und hervorgetan haben sich dabei skrupellose Händler, besonders eine Dame aus der Gegend um Hannover, ein "Menorquinergestüt" in Norddeutschland, dessen Name "goldene Berge" verspricht, aber auch eine bekannte Showreiterin aus Kempen, die schlichtweg lügt, und dabei bedauerlicherweise auch noch Ignoranz und Unkenntniss unter Beweis stellt (schon allein ein menorquinisches Pferd mit einem spanischen Sattel auf einem Foto für einen Artikel über Menorquiner zu reiten....).

 

   Der richtige Name der Rasse ist weitgehend unbekannt und zugegebenermassen auch in Spanien ungebräuchlich. Im spanischen Sprachraum wird vom Caballo menorquín, im katalanischen Sprachraum vom cavall menorquí gesprochen. Der beste Artikel im deutschsprachigen Raum, der mir bekannt ist, wurde im Pferdemarkt in der Ausgabe September/Oktober 2006 veröffentlicht. Der Artikel ist im grossen und ganzen sehr gut, wenn er auch einige gravierende Fehler aufweist, auf die ich später eingehen möchte. Aber der Titel?!?!?!? "Caballo menorquins" ist wie "Pferd deutsche" und dann noch ein Gemisch aus Hoch und plattdeutsch. Caballo ist spanisch und Einzahl, menorquins ist catalán und Plural. Richtig wäre: Caballos menorquines oder cavalls menorquins, aber doch bitte keine Mischung aus beidem. Das  dürfte eigentlich einer so grossen Zeitschrift nicht entgehen. Gehen wir auf einige gravierende Fehler ein: im Bereich "spanische Zuchtbestimmungen oder Auslese" wird behauptet, dass Deckhengste jedes Jahr aufs Neue vor einem spanischen Prüfungskomitee gekört werden müssen. Dies ist unrichtig! Richtig ist vielmehr, dass die Hengste einmal gekört werden, jedes Jahr aber wieder als Deckhengste eingetragen, also nur angemeldet werden müssen. Genauso falsch ist, dass die Stuten alle 3 Jahre dem Prüfungskomitee vorgestellt werden müssen. Richtig ist vielmehr, das Stuten (Hengste übrigens auch) ab dem 3. Lebensjahr zur Körung vorgestellt werden können, nicht vorher, dann aber lebenslänglich abgenommen sind und auch nicht , wie die Hengste, jedes Jahr neu eingeschrieben werden müssen.

 

   Bei allen Pferderassen gibt es schlechte Linien und ausgesprochene "Drecksäcke", Pferde die nicht eingeritten, sondern völlig verritten wurden. Diese Pferde werfen ein schlechtes Licht auf die Rasse, aber auf jede Rasse und wenn diese Pferde dann noch ständig und immer wieder zum Verkauf angeboten werden, entsteht leicht der Eindruck, dass alle Pferde dieser Rasse so seien. Dies stimmt aber genauso wenig wie die Behauptung der Dame aus Kempen,  "die Menorquiner lassen ausserdem nur die Pferde von der Insel, die sie selbst für nicht geeignet zum Züchten halten." Dies ist schlichtweg eine Unwahrheit und leicht widerlegbar: Im Jahr 2005 gewann in Mercadal eine Stute aus unserer Zucht den Titel "Champion der Rasse", geboren auf Mallorca und aufgewachsen auf Mallorca und gezüchtet von Deutschen. Natürlich haben wir uns eines Tricks bedient und die Stute von einem Menorquiner vorführen lassen, so dass keiner der Richter wusste, dass sie uns gehörte. Aber das grössere Problem wäre auch nicht gewesen, dass wir deutsche sind, sondern dass die Stute auf Mallorca geboren wurde. Da ist das Konkurrenzdenken viel grösser. Wir können auch voll Stolz und ohne zu übertreiben behaupten, dass wir einen Deckhengst haben, der zu den besten 5 der gesamten Rasse gehört und mehrere unserer Stuten sind unter den besten 10 einzuordnen. Dies übrigens nicht aus unserem Munde, sondern aus dem Munde der Cría Caballar. Und die Resultate beweisen das. Aber davon unabhängig: es stehen von uns verkaufte Pferde, sowohl aus eigener Zucht, als auch von Menorca in Deutschland. Wenn jemand wirklich interessiert ist, geb ich ihm gerne die Anschriften, E-mails, einfach mal anfragen und sich anhören, was die Leute zu sagen haben, die sich ein Pferd gekauft haben, von einem seriösen Züchter vermittelt. Ich schaue die Pferde vorher an, bevor ich sie weiterempfehle und empfehle kein Pferd, dass ich nicht weiterempfehlen kann, weil ich es charakterlich nicht für einwandfrei halte. Es stehen übrigens Hengste von uns in Dresden, Luxemburg, Rheinland-Pfalz und bei München, der letztere übrigens der einzig eingetragene Zuchthengst der Rasse in Deutschland. Ich weiss, dass jeder der Besitzer mehr als zufrieden mit dem Pferd ist, weil sie leichtgängig, lernbereit und wunderschön zu reiten sind. Tolle Partner, und das ist, was wir züchten wollen.

 

 

   Zum Reiten: Wenn man einen Spanier fragt, Was ist Doma Menorquina (menorquinische Dressur), dann antwortet der: Hierro delante (Eisen vorne = starkes Gebiss), hierro atras (Eisen hinten = starke Sporen) y cojones en el medio (und "Eier" in der Mitte, was soviel wie sehr viel Mut in der Mitte heisst). Die Spanier sind beim Einreiten der Pferde bestimmt nicht zimperlich, werden aber von den Menorquinern um Längen übertroffen. Auf Menorca werden die Pferde in kürzester Zeit und (zumindest) sehr grob eingeritten, um nicht zu sagen mit Gewalt. Viele Pferde stehen als Fohlen das ganze Jahr auf der Weide und fressen das, was die Kühe übriggelassen haben. Sie sehen selten oder fast nie einen Menschen und werden mit 3 Jahren von der Weide geholt und zugeritten. Und dann muss so schnell wie möglich Leistung her und sie müssen zur nächsten Fiesta fertig sein und einsetzbar. Es ist vielleicht nicht der beste Weg, sich so ein Pferd zu kaufen. Wir holen die Pferde jung, lassen sie Vetrauen gewinnen, arbeiten mit Longe, später mit Sattel und Trense und warten fast immer, bis sie 4 Jahre sind, bevor wir sie anreiten. Denn diese Rasse entwickelt sich wie alle spanischen Rassen sehr spät. Vor dem 7. Lebensjahr sind sie fast nie fertig.

 

   Lassen wir es damit erst einmal gut sein. Für weitere Infos stehe ich gerne zur Verfügung, auch wenn ihr manchmal ein wenig Geduld haben müsst, denn ich bin viel unterwegs und kann nicht immer sofort antworten. Diese Seite ist auch keine offizielle Seite und ich habe keinerlei Verpflichtung sie immer im Netz  zu haben oder sie immer auf dem Laufenden zu halten. Wenn mich also jemand anmosert, weil ich die Seite aus dem Netz genommen habe, weil ich den Provider gewechselt habe, geht das ein bischen weit. Ich versuche Interssierten zu helfen, mehr nicht! Es ist für mich keine Verpflichtung. Und bezeichnenderweise sind das diejenigen, die nachher noch nicht einmal "Danke" sagen können.

 

   In diesem Sinne grüsst euch Gabriel, Yeguada Binibernat (Gestüt Binibernat)