Hier einmal schön nebeneinander ausgelegt, 8 verschiedene Karten.die oberen 4 gehen bis in das Jahr 1997, die unteren sind ab dem Jahr 1998 (immer das Jahr der Geburt). 

Noch einmal zur Erinnerung: Die Rasse wurde 1989 gegründet. Zu dieser Zeit existierten natürlich schon Tiere der Rasse. Diese waren alle aufgenommen worden und wurden, wenn sie den Rassemerkamlen entsprachen, in das Studbook der Rasse eingetragen worden. Natürlich konnte von diesen Tieren kein Stammbaum aufgenommen werden, da der Nachweis einer Zugehörigkeit zu einem Vater oder einer Mutter unmöglich war. So wurde im Stammbaum vermerkt ITI (inscripción a titulo inicial)  Eintrag in Anfangspapier, mehr oder weniger verständlich übersetzt.

Diese Karte liegt hier oben links und wird weiter unten ausführlicher besprochen.

Diese Karte ist wesentlich grösser als DIN-a4 und passt nicht richtig auf den Scanner. Ich habe sie aber eingescannt und die wichtigsten Sachen, die ich hier gerne erklären möchte, sieht man auch:

Einiges Grundlegendes: Pansa wurde 1986 geboren, also 3 Jahre vor Gründung der Rasse.Auf der linken Seite sind oben 2 Kästchen, das erste schwer zu erkennen, in denen Vater und Mutter mit ihrer jeweiligen Abstammung eingetragen werden sollen. Beide Kästchen sind durchgestrichen, d.h. die Abstammung wurde nicht eingetragen, da Pansa ITI ist. Unten auf der selben Seite steht Einschreibung in das spanische Studbook, der Name, Pansa und darunter der Code 0100566, was bedeutet, sie wurde im ersten Band des Studbooks der Rasse mit der Nummer 566 eingetragen. Darunter der Stempel vom 3. August 1990 und die Unterschrift. Bei der Initialen Einschreibung wurden nur die Tiere eingeschrieben, die den vorgegebenen Rassemerkmalen entsprachen und die somit auch als Zuchttier anerkannt wurden. Darum wird das in dieser Karte nicht weiter erwähnt.Auf der rechten Seite, eigentlich die Titelseite dieser zusammengefalteten Karte, steht "Carta genealógica" was Stammbaumkarte bedeutet, darunter die Rasse, Menorquina. Im weiteren Verlauf wird gesagt, wo sie geboren wurde, wann ihr Name und Geschlecht, die Farbe, und wer der Züchter ist.

Auf dem Innenteil der Karte, sieht man schön die Beschreibung, wobei wir bei anderen Karten näher darauf eingehen, wo man alles sieht und besser eine Beschreibung machen kann. Schön sieht man aber hier, in der Mitte auf der Stirn des Kopfes, den weissen Fleck, ein Sternchen, das wie alle anderen weissen Abzeichen rot eingetragen wird.

Die nächste Karte ist von Alejandra, einer Neuerwerbung, die wir gerade erst gekauft haben.

Diese Karte weisst eine Besonderheit auf: Auf der rechten Seite steht "Certificado como reproductor" Bescheinigung als Zuchttier (der Rasse) "y carta genealógica" und Stammbaumkarte. Dies erklärt sich dadurch, dass am Anfang zuerst nur Stammbaumkarten ausgestellt wurden, die später nach der Abnahme als Zuchttier der Rasse eingezogen und durch neue Karten ersetzt wurden. So ist denn auch diese Karte erst 1993 ausgestellt, obwohl Alejandra schon 1989 geboren wurde. Das witzigste an dieser Karte ist, das zwar der Vater eingetragen ist, aber die Mutter augenscheinlich nicht bekannt ist!!! Wahrscheinlich ist die Mutter nicht als Zuchttier der Rasse eingetragen worden, oder sie ist vor dem Eintrag gestorben, so dass Alejandra eben nur einen Vater hat.

Auf der rechten Seite, schlecht zu lesen, darum habe ich es hier noch einmal ausgeschnitten, die Bestätigung der Eignung als Zuchtstute.

Der wichtige Teil ist unterstrichen: "...ha sido declarada APTA como reproductora de su raza" ist geignet als Zuchtstute der Rasse erklärt worden. Nur wenn diese wichtigen Worte in einer Karte vorhanden sind, ist die Stute wirklich eine Zuchtstute der Rasse, ausser, wenn im Fall wie Pansa eine "ITI" Einschreibung vorgenommen wurde. Aber bei allen ab 1989 geborenen Tieren muss entweder dieser Satz stehen, oder ein Stempel eingebracht sein, wie wir ihn auf der nächsten Karte von Juguetona sehen, oder aber, ein Aufkleber, wie er seit neustem verwendet wird und der "fälschungssicher" ist.

Sie hat auch noch ein Tatoo, in der Oberlippe (Tatuaje) TS-S01. Dies wurde in den ersten Jahren gemacht, aber schon bald geändert und alle unseren anderen Pferde haben Microchip.Wie in der Beschreibung schön zu sehen ist, gibt es nichts rotes, also nichts weisses. Sie ist ganz schwarz..... Lüge, denn der Tierarzt schreibt darunter, dass sie einen weissen Stern hat. "Pequeña estrella en frente derecha", also kleier Stern auf der rechten Seite der Stirn. Er hatte wohl keinen roten Stift dabei.

In dem Jahr 1989 begann die Rasse mit dem Buchstaben A. So wurde jedes Jahr einen Buchstaben weitergegangen, -wobei einige übersprungen wurden-, also B 1990, C 1991, usw.  Die Pferde mit A und B bekamen ein Tatoo in die Oberlippe, ab 1991 wurden dann nur noch Microchips gesetzt , obwohl einige wenige Pferde von 1991 keinen Chip haben und auch kein Tatoo und ich habe bisher noch niemand gefunden, der sich daran erinnern könnte, warum.. 

Die nächste Karte ist von Juguetona.

Diese Karte möchte ich gerne im Detail übersetzen, weil diese Karte im Prinzip, mit kleinen Änderungen bis heute so gestaltet ist. Ganz oben links: Verteidigungsministerium, Leitung der Crïa Caballar, Studbook, Spanien. In der Mitte: Bescheinigung der Einschreibung und Stammbaumkarte, darunter: menorquinische Rasse. Es folgt: Der technische Sekrätär des Studbooks bescheinigt, das am 10.4.1996 geboren worden ist in der Viehzucht von Juan Manuel Martí Salas Züchtercode:1900010907 (dieser Züchtercode ist unabdingbar, um züchten zu können) in der Provinz der Balearen ein Produkt des Namens Juguetona (Verspielte) Code:191701000200217 durch Polín-SM (darunter der Code des Vaters) und von Dubina (darunter der Code der Mutter) [vom Code interessieren die letzten Ziffern: 200217, das bedeutet Juguetona ist im Studbook Band 2 mit der Nummer 217 eingetragen] deren Beschreibung und andere Details man in diesem Dokument spezifiziert womit sie eingeschrieben wird in das Buch ihrer Rasse. Madrid, usw Dies ist also die erste Seite der Karte.

Im Zentralteil der Karte haben wir zuerst die verschiedenen Ansichten eines Pferdes.Im Fall von Juguetona sind vom abnehmenden Tierarzt in der rechten Ansicht, in der linken Ansicht und am Kopf Kennzeichen eingetragen worden. Diese werden darunter schriftlich näher erläutert. Zuerst kommt aber der Name, der Coder (hier nicht ausgefüllt) die Farbe, schwarz, und das Geschlecht, Stute.

Darunter die Beschreibung: Cabeza=Kopf: Wirbel oberhalb der Linie der Augen, leicht auf der rechten Seite, weisse Haare auf seiner rechten Seite.

Darunter Extremidades=Eztremitäten oder auch Beine, vorne links:nichts, vernoe rechts: nichts, hinten links: nichts, hinten rechts: nichts. Auch wenn nichts da ist, ist dies ein Kennzeichen.

Darunter Körper: Schwarz, symetrische Wirbel im Nacken. 

Darunter:Cicatrices=Narben, die sollen eigentlich später eingetragen werden, wenn sie entstehen, wird aber selten gemacht. Darunter Tatuaje=Tatoo. Hier ist der Code des Microchips eingetragen, den Juguetona als Fohlen auf der linken Seite im Nackenbereich eingepflanzt bekommen hat. Am Anfang wurde der Chip unter die Haut gesetzt, später aber, wegen der vielen Betrügereien, wo Chips aus Pferden genommen wurden und minderwertigen Pferden eingesetzt wurden, wurde und wird der Chip in den Muskel gesetzt. (Dagegen wehren sich Franzosen und Italiener, denn der Chip könnte ja später in einem Steak sein.) Da der Chip also im Fleisch sitzt, wandert er manchmal etwas oder bei Pferden mit einem sehr starken Hals, z.B. Kalif, muss man den Kopf stark nach rechts drehen, da der Chip so tief sitzt. Darunter dann Grupo Sanguineo=Blutgruppe. Hier nicht ausgefüllt, aber seit dem Jahr 2000 wird von jedem Zuchthengst, jeder Zuchtstute und jedem Nachkommen eine Blutprobe genommen, nach Cordoba in ein Labor geschickt und eine DNA-Analyse gemacht, deren daten gespeichert sind und so wird festgestellt, ob der vater wirklich der Vater und die Mutter die Mutter ist. (Dies wurde ohne Ankündigung gemacht und so gab es im ersten Jahr einige böse Überraschungen!!!) Auf der rechten Seite dann Stempel und Unterschrift des Oberst der Crïa Caballar der Balearen.

Zur letzten Seite (man sieht hier einige Gebrauchspuren, aber auf Ausstellungen muss immer das Original vorgelegt werden. Das wird später mit den Pässen besser): oben  geneañogía=Stammbaum. Darunter sind Vater und Mutter eingetragen. Beide sind ITI, als Ersteinschreibungen.

Der Teil, den ich rot eingerahmt habe, ist ein Stempel. Den lassen wir erst einmal beiseite. Darunter steht: Muy importante= sehr wichtig. "Este documento no acredita a este producto como reproductor de la raza menorquina" Dieses Dukument beglaubigt dieses Produkt nicht als Zuchttier der menorquinischen Rasse. Das Wort no, nicht wurde nachträglich ausgestrichen. Darunter "a partir de..." Ab dem dritten Lebensjahr können Sie bei der Crïa Caballar die Untersuchung und Bewertung als Zuchttier der Rasse beantragen. Darunter: Den Exemplaren, die als Zuchttier der Rasse für geeignet erklärt wurden, wird dieses Dokument gegen die entsprechende Bescheinigung als Zuchttier der Rasse eingetauscht. Dies steht hier zwar noch in der Karte vermerkt, in Wirklichkeit wurde es bereits nicht mehr gemacht, wie noch bei Alejandra, sondern bei der Abnahme wurde der obige Stempel eingesetzt und die entsprechenden Worte "nicht" und "wird dieses Dokument eingetauscht" geschwärzt. Zum Stempel: "Este producto presentado...." Dieses zur Bewertung vorgeführte Produkt als Zuchttier seiner Rasse bei der delegation der Balearen am 29.Februar 2000, hat die Qaulifikation bekommen: Stempel und Unterschrift. Darunter der andrer Stempel, in blau Apto= geeignet. Dies ist die Bescheinigung, dass das entsprechende Pferd zur Zucht zugelassen ist. Dies ist ganz wichtig, denn nur so können die Nachkommen überhaupt Papiere der Rasse bekommen!

Oben ist die Karte unseres Deckhengstes Kalif FR. Der Aufbau der Karte ist identisch mit der Karte von Juguetona, nur das von Kalifs Mutter schon die Eltern eingetragen waren, Lester und Lluna. Auch hier der Stempel, dass er als Zuchthengst abgenommen wurde. Und jetzt kommt der Trick und der Gag!!!! Sowohl bei Hengsten als auch bei Stuten gilt die Abnahme auf Lebenszeit (eine Ablehnung übrigens auch, die Bewertung kann nicht wiederholt werde. Einmal abgelehnt als Zuchttier, immer abgelehnt. Null Chance!!!) Aber:Um Deckhengst für ein Jahr zu sein, muss der Hengst  als Deckhengst zwischen dem 15. und 30 Oktober des Vorjahres für das Folgejahr angemeldet werden. ist diese Anmeldung nicht erfolgt, bekommen die Fohlen keine Papiere. Unter keinen Umständen. Eine kleine Geschichte dazu: Als Kalif 2 Jahre war, haben wir ihn auf eine Koppel mit den gedeckten Stuten gemacht. Die Hengste lernen da so schön Respekt vor den Stuten zu haben. Eine Stute hat ihr Fohlen verloren und sich dann aufopferungsvoll von Kalif wieder decken lassen. Obwohl bei der Geburt des Fohlens Kalif abgenommen und angemeldet war, gab es keine Chance Papiere für das Fohlen zu bekommen, da Kalif bei der Zeugung nicht als Deckhengst angemeldet war. Ganz wichtig!!!!!

Ganz aktuell dazu: Für das Jahr 2006 ist in Deutschland kein Deckhengst zugelassen!!! Auch wenn einige behaupten, Deckhengste zu haben. Ausserhalb Spaniens ist für dieses Jahr nur ein Deckhengst in Holland zugelassen. Interessierten besorge ich gerne die Anschrift.

Der Vollständigkeit halber oben noch die Innenseite der Karte von Kalif.

Ab 1998 wird dann ein Pferdepass ausgestellt. In der Zusammenstellung der Seiten im Inneren, wurden Seiten hinzugefügt, weggenommen, Auf alle Seiten ab der Mitte, wo sich die eigentliche Karte befindet die Studbook-nummer eingestanzt, die Farbe der Karte geändert, etc. Aber im Prinzip bleiben die Karten gleich.

Dies ist also der Pferdepass. Sollte einheitlich für ganz Europa sein. Rechts ist die Einschreibung ins Studbook auf der 4. Seite des Passes vermerkt. Dieses Eintragung verschwindet aber dann wieder, ist auch nicht nötig, da sie ja auf den zentralen Seiten, der eigentlichen Karte erfolgt und detailliert wird.

Auf den nächsten beiden Seiten wird in den ersten Jahren des Passes der Besitzer eingetragen. Wird ein Pferd verkauft, wird der Name des neuen Besitzers darunter eingetragen und der alte Besitzer unterschreibt in der vorletzten Spalte. Die Eintragung auf den neuen Besitzer bescheinigt dann die Crïa Caballar in der letzten Spalte, wenn der neue Besitzer das Pferd hat umschreiben lassen. Mittlerweile wird der erste Besitzer hier nicht mehr eingetragen, da er ja auch der Züchter ist.Damit steht er ja bereits in der Karte und hier würde als erstes der zweite Besitzer eingetragen, und der erste bescheinigt mit der Unterschrift in der vorletzten Spalte den Verkauf. Die Karte von Lucero weisst eine Besonderheit auf:

Als Züchter muss man manchmal auch schmerzhafte Entscheidungen treffen, um Qualität zu gewährleisten. Wir haben daher Lucero als nicht geeignet für die Zucht stempeln lassen, da uns seine Qualitäten als Zuchthengst nicht überzeugten. Lucero ist ein ganz liebes und gutmütiges Pferd, aber Körperform, Grösse und Proportionen überzeugten uns nicht. Das hier eingestempelte "NO APTO" nicht geeignet, ist definitiv und unwiderruflich. Kein Fohlen von einem solchen Pferd bekommt Papiere. Heute ist Lucero kastriert und ein wundervolles unkompliziertes Reitpferd. 

Dies ist das Innere der Karte von Nena. Neben ihrem kleinen weissen Dreieck am hinteren linken Fuss -ein Andenken an ihren Vater Chanu- steht unten links "Filiación compatible", d.h. die genommene Blutprobe zeigt, dass das Blut mit der angegebenen Abstammung übereinstimmt. Dies wurde nur in den ersten beiden Jahren vermerkt, ist aber auch überfLússig, da ja sonst keine Karte ausgestellt und die Eintragung ins Studbook verweigert  wird. Im Jahr 2000 mussten wir Blutproben von allen Stuten und Hengsten ziehen lassen, die ins Labor nach Cordoba geschickt wurden und seitdem in einem Register vermerkt sind. Seit diesem Jahr wird die Blutprobe vom Fohlen genommen, auf DNA überprüft und dann ins Register aufgenommen. So ist eine erneute Blutabnahme bei der Eintragung als Zuchttier nicht mehr nötig.

Dies ist also die Karte von Rih. Mittlerweile sind also die Karten gelb geworden, auf den Innenseiten mit der Beschreibung rosa und oben rechts ist noch einmal die Nummer eingestanzt, unter der das Pferd im Studbook eingetragen ist, in diesem Fall 5. Band, als 2. Pferd. Der erste im 5. Band ist übrigens sein Halbbruder Roni, der mittlerweile in Chemnitz steht.

Dies ist die Rückseite der Karte, mit dem Stammbaum. Es nimmt immer mehr zu. Hier sind auch schon Urgrosseltern eingetragen, die Grosseltern seines Vaters. So werden also die Stammbäume immer kompletter.

Noch etwas Neues: Die Zulassung zum Zuchthengst, die wir erst am 25.1.2006 mit der Hengstkörung haben durchführen lassen, wird jetzt mit einem Aufkleber, der angeblich fälschungssicher ist, bescheinigt. Also noch eine Möglichkeit mehr. Dort steht auch die Nummer, unter der er im Zuchttierregister der Rasse eingetragen ist. 

Wir haben übrigens, wie auch für Kalif, bereits im Oktober die Zulassung für dieses Jahr als Deckhengst beantragt. Diese wurde von der Crïa Caballar aufgenommen, aber zurückgestellt, und von der Abnahme als Zuchttier abhängig gemacht. Nach der erfolgreichen Körung, werden jetzt die Deckpapiere freigegeben und Rih erscheint in der Liste der für dieses Jahr zugelassenen Deckhengste.

Deckhengst zugelassen????

Dies ist die Deckfreigabe von Kalif für das Jahr 2005. Dort steht der name des Hengstes, seine Eintragung ins Studbook, seine Rasse, und ganz wichtig, welche Deckbescheinigungen ausgegeben wurden. Dies steht rechts, N. Desde N. Hasta, also Nummer von bis. In diesem Fall, Nummer 60007 bis 60016. Es sind nur diese Deckbescheinigungen und diese auch nur für dieses eine Jahr gültig. Früher bekam man einen Block, die Seiten waren nicht nummeriert und konnten über verschiedene Jahre benutzt werden. Jetzt gelten nur noch die beantrgten Deckbescheinigungen und nur für dieses eine Jahr.

Dies ist also die Deckbescheinigung, die vom Besitzer des Hengstes ausgestellt wird. Oben steht Deckbescheinigung, "Razas Puras" also reine Rassen - das bedeutet, diese Bescheinigung ist im Falle von Kalif nur für menorquinische Stuten verwendbar. Wenn eine Stute einer anderen Rasse gedeckt werden soll steht an der Stelle von Razas puras "Razas cruzadas" gekreuztes Rassen. Rechts darunter die Nummer der Deckbescheinigung, in diesem Falle die letzte für das Jahr 2005 -Kalif war fleissig-.Datos de la yegua, hier werden die daten der Stute eingetragen, wie sie in ihrer Karte stehen. Datos de cubrición sind die Deckdaten. Wichtig hier, unter Parada muss pública stehen, also öffentlich. Steht hier particular, also privat, darf der Hengst in diesem Jahr nur die Stuten der eigenen Zucht decken. Dies muss vom Hengstbesitzer bei der Eintragung des Deckhengstes im Oktober angegeben werden. Fohlen von Fremdstuten bekommen dann keine Papiere.Der Rest sind hier die Hengstdaten und rechts, fechas saltos sind die Daten der Sprünge. Achtung: Darunter steht Monta natural oder Inseminación Artificial, also natursprung oder künstliche Befruchtung. Für Menorquiner ist nur der Natursprung zugelassen. künstliche Befruchtung ist ausdrücklich verboten. Darunter unterschreiben Besitzer der Stute und der des Hengstes. Diese erste, weisse Seite ist für den Besitzer der Stute. Die Zweite, grüne - die Farben wechseln aber bisweilen- ist für den Besitzer des Hengstes, und die letzte, gelbe für die Crïa Caballar. Diese muss der Besitzer des Hengstes an die Crïa Cabbalar weiterleiten, zusammen mit einem Formblatt, "relación de yeguas cubiertas" = Aufstellung der gedeckten Stuten. Die Formblätter ändern sich, aber sobald ich sie bekomme, werde ich eine Unterseite Formblätter machen und diese einscannen. Dann werde ich auch erklären, wie sie ausgefüllt werden und wann und wie sie einzureichen sind.

Ganz unten steht dann noch "Diligencia de Venta", wenn der Besitzer die gedeckte Stute verkauft,  dann unterschreibt er hier und auch der Käufer. Dann wird das Fohlen wenn es geboren wird gleich auf den neuen Besitzer eingeschrieben.

Vorsicht!!! Das ist keine Karte!!!

Dies ist eine Impfkarte, die einen Impfnachweis bildet. Die Impfungen werden mittlerweile im Pferdepass eingetragen. Gleichzeitig dient diese Impfkarte als Bescheinigung, das das Pferd für 1 Jahr auf den Balearen frei zirkulieren darf. Da diese Impfkarte auch für nicht reinrassige Pferde ausgestellt wird, enthält sie innen eine Beschreibung des Pferdes, wie die Beschreibung in der Karte der Rassepferde.

Auch wenn in dieser Impfkarte als Rasse "Menorquin" eingetragen ist, bedeutet das nicht, dass es sich wirklich um ein reinrassiges Pferd handelt. Hier sagt der Veterinär nur, dass er vermutet, dass es sich um diese Rasse handelt. Diese Karte wird beim Landwirtschaftsministerium - in diesem Fall der Balearen- registriert und in der Statistik erscheint das Pferd dann als Menorquin. Diese Karte ist also weder ein Eigentumsnachweis, noch eine Bescheinigung der Rasse. Wir bekommen aber immer wieder Kopien von diesen Impfkarten zugesandt und uns ist es auch nicht angenehm zu sagen, dass jemand übers Ohr gehauen wurde. Vor allem tun danach manche Leute so, als ob wir die Schuld hätten, dass ihr menorquinisches Pferd kein reinrassiger Menorquin ist.

Gut, ich habe mit all dem versucht, ein bischen Klarheit in die Angelegenheit der Papiere zu bringen. Natürlich erhebt dies alles keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ich behaupte bei weitem auch nicht, dass ich alles weiss. Aber alles, das ich hier aufgeführt habe, soll ein bischen Klarheit in die Papiere einer Rasse bringen, die in Deutschland doch recht unbekannt ist. Anstoss war auch, dass wir fast in 80% der Anfragen nach Papieren und deren Rechtmässigkeit feststellen ¨müssen, dass die Lage nicht ganz so ist, wie der neue Besitzer es sich wünscht. Und einmal übers Ohr gehauen, ist es sehr schwer da etwas zu machen. Also, auch wenn es viel ist, erst lesen und dann umschauen, denn es ist eine traumhafte Rasse, die uns sehr viel Freude macht.